Familienbewusste Personalpolitik rechnet sich!



Immer mehr wissenschaftliche Studien belegen, dass sich eine familienbewusste Personalpolitik für die Betriebe lohnt. Die Motivation der Mitarbeiter ist höher, für Bewerber wird der Arbeitgeber interessanter, auch Fehlzeiten werden reduziert. Zu einer familienbewussten Personalpolitik gehören neben Konzepten und Lösungen rund um die Versorgung von Kindern auch Angebote bei der Pflege von Angehörigen. Dabei wird die Pflege von Angehörigen ein wichtiges Zukunftsthema werden: nicht jeder hat Kinder, aber jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer hat Eltern, Großeltern oder andere hilfe- und pflegebedürftige Angehörige.

Die Realität in Zahlen



Zurzeit gibt es in Deutschland ca. 2,2 Mill. Pflegebedürftige sowie weitere ca. 3,5 Mill. vor allem ältere Menschen, die eine Hilfebedarf haben. Der größte Teil der Pflegebedürftigen (1,4 Mill.) wird weiterhin zu Hause versorgt. Diese Versorgung wird im Wesentlichen durch Angehörige sicher gestellt, immer öfter auch durch berufstätige Angehörige.

"Es gibt immer mehr Pflegepersonen im erwerbsfähigen Alter, die nebenbei erwerbstätig sind, und es versuchen immer mehr Pflegepersonen den Umfang ihrer Erwerbstätigkeit unverändert beizubehalten." (aus: AOK Trendbericht Pflege II, August 2009)

Ein schwieriges Thema?



Die Versorgung von hilfe- und pflegebedürftigen Angehörigen wird zwar gesellschaftlich geschätzt, ist aber im Vergleich zur Versorgung von Kindern ein schwieriges Thema.

Mehrere Aspekte machen daraus ein besonderes Problem:

  • Auf Kinder sind alle stolz und zeigen mit glänzenden Augen die ersten Babyfotos herum. Die Pflegebedürftigkeit von Angehörigen wird eher verschwiegen.

  • Die Zeit der Schwangerschaft ist eine gute Vorbereitungszeit auf die neue Zeit mit Kindern. Pflege beginnt meist plötzlich und (scheinbar) ohne Vorankündigung.

  • Die Frage, wie lange man für die Kinder zu Hause bleiben will und wann man wieder mehr arbeiten kann, lässt sich relativ leicht klären, trotz der fehlenden Krippenplätze. Spätestens der Kindergarten kann dann eine große zeitliche Entlastung anbieten. Die Dauer der Pflege kann keiner wissen: ob es nur drei Wochen, drei Jahre oder noch länger ist, hängt von vielem ab, ist aber kaum planbar.

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Die Zukunft



"(...) Wir werden irgendwann nur noch zwei Mütter (im Betrieb) haben, die sich um ihre Kinder kümmern, aber zehn Angestellte, die einen alten Menschen zuhause pflegen müssen."

Geschäftsführer eines mittelständischen Betriebs im Rahmen einer Studie der Johannes Gutenberg - Universität Mainz 2006

Die Studie Familienpflege und Erwerbstätigkeit, Kurzfassung der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen; Institut für Soziologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Oktober 2006 im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz

AOK Trendbericht Pflege II



Hier finden Sie die Studie der AOK vom August 2009 zu den Entwicklungen in der Pflegeversicherung seit deren Einführung: AOK Trendbericht Pflege II



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